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Unser Hüftgelenk ist das am meisten belastete Gelenk unseres Körpers. Als Kugelgelenk ist es sehr flexibel in seiner Beweglichkeit und an fast jeder Körperbewegung beteiligt. Ca. 1,5 Millionen Bewegungen - sogenannte Lastwechsel - führt die Hüfte im Jahr aus.

Dabei trägt sie nicht nur ständig das normale körpereigene Gewicht, sondern nimmt je nach Bewegung auch ein vielfaches des Körpergewichtes auf. Beispielsweise beim Gehen, wird sie aufgrund der Hebelverhältnisse mit dem dreifachen, beim schnellen Gehen sogar bis zum Siebenfachen des Körpergewichtes belastet.

So verwundert es nicht, dass es über viele Jahre, wie andere mechanische Gelenke auch, einer vermehrten Abnutzung ausgesetzt ist. Der allmähliche Verschleiß der Knorpelschicht, die sogenannte Coxarthrose, ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen. Zusätzliche Risikofaktoren sind zur steigenden Lebenserwartung Fehl- und Überbelastungen, wie X- oder O-Bein Stellung, Bewegungsmangel und Übergewicht sowie Entzündungen des Gelenkes. Unfälle und Verletzungen, auch in jungen Jahren, können ein weiterer Grund für den degenerativen Gelenkverschleiß sein. Entzündungen des Gelenkes, verursacht durch rheumatische- oder Stoffwechselerkrankungen sowie die Osteoporose (verringerte Knochendichte), gehören zu den verstärkenden Faktoren. Eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes kann zu seinem Absterben, der sogenannten Hüftkopfnekrose, führen. Auch ein Schenkelhalsbruch kann einen Gelenkersatz erforderlich machen.

Abbildung einer gesunden Hüfte
Gesunde Hüfte
Abbildung einer Hüfte mit Arthrose
Hüftarthrose

Informationen

  • Diagnostik Open or Close

    Krankhafte Veränderungen am Hüftgelenk lassen sich in der Regel mit einem Röntgenbild darstellen. Bei der Arthrose ist der zerstörte Knorpel im Röntgenbild zwar nicht sichtbar, jedoch erkennt der Arzt an der Breite des Gelenkspaltes den Knorpelverlust. Die sichtbaren Knochenstrukturen und ihre Verformungen lassen auf das Arthrosestadium schließen.

    Ein weiteres Diagnoseverfahren stellt die Computertomographie (CT) dar. Hierbei werden Knochenschädigungen deutlicher abgebildet.

    Die Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt vor allem Strukturen im Gelenkinneren, wie Knorpel und Bänder, sehr gut auf.

    Röntgenbild einer gesunden Hüfte
    Gesunde Hüfte
    Röntgenbild einer erkrankten Hüfte
    Erkrankte Hüfte
  • Therapieverfahren Open or Close

    Durch die Arthrose erleiden gerade ältere Menschen eine starke Einschränkung der Mobilität und einen Verlust von Lebensqualität. Wenn alle konservativen Maßnahmen ausgereizt sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit eines Hüftgelenkersatzes sprechen. Ziel der Operation ist es, Ihnen Schmerzfreiheit und eine gute Beweglichkeit zurückzugeben.

    Implantationen von Hüftgelenken gehören heute zu den häufigsten chirurgisch-orthopädischen Eingriffen überhaupt. In Deutschland werden ca. 160.000 künstliche Hüftgelenke jährlich eingesetzt.

    Mit einem Kunstgelenk, einer Endoprothese, werden die Teile des Hüftgelenkes ersetzt, die abgenutzt sind und Ihre Beschwerden verursachen. Dies können sowohl der Oberschenkelkopf, als auch die Hüftpfanne sein. Die Endoprothese ist in ihrer Form und Funktion dem natürlichen Gelenk nachempfunden und besteht aus mehreren Teilen. Die Hüftpfanne wird in der Regel zementfrei in Ihrer eigenen Pfanne verklemmt. Der Hüftschaft wird im Oberschenkelknochen verankert. Auf den Schaft wird ein Kugelkopf aus Keramik oder Metall aufgesetzt, der in einem "Inlay" der Hüftpfanne gleitet.

    Abhängig von der Muskelmasse und der Konstitution des Patienten, implantieren wir die künstlichen Hüftgelenke über einen "minimalinvasiven" vorderen oder einen seitlichen Zugang.

    Die Hüftprothese, bestehend aus vier Komponenten
    Hüftprothese, bestehend aus vier Komponenten
    Implantierte Hüftendoprothese
    Implantierte Hüftendoprothese

    Die Verankerungstechnik (zementiert oder zementfrei) für eine möglichst lange Haltbarkeit des Implantates im Körper, entscheidet der Operateur aufgrund Ihres Lebensalters, Ihrer körperlichen Aktivität und vor allem der Knochenqualität. Zementierte Kunstgelenke halten ca. 15 bis 20 Jahre, zementfreie Implantate in der Regel deutlich länger.

  • Nachsorge Open or Close

    Bereits am Tag nach der Operation unterstützen Sie unsere Physiotherapeuten wieder mobil zu werden. Dabei ist Ihre aktive Mitarbeit sehr wichtig. Sie erhalten hierzu einen physiotherapeutischen Übungsplan. Auch im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt sorgen wir mit Hilfe unseres Sozialdienstes, dass Sie schnell eine qualitativ hochwertige Anschlussheilbehandlung erhalten, damit eine umfassende und durchgehende Behandlung garantiert ist.

    Gehen Sie sorgsam mit Ihrem Kunstgelenk um. Massive sportliche Überbelastungen können speziell im ersten Halbjahr nach der Erstimplantation zu einer Frühlockerung führen. Das Leben mit einem Kunstgelenk verlangt eine lebenslange Pflege des Gelenkes. Bakterielle Infektionen an anderen Körperregionen müssen ggf. vorübergehend antibiotisch behandelt werden, um eine Keimverschleppung auf den Gelenkersatz zu vermeiden.

    Massive sportliche Überbelastungen können speziell im ersten Halbjahr nach der Erstimplantation zu einer Frühlockerung führen. Sportliche Betätigung nach Ablauf dieser Zeit ist erlaubt, jedoch empfiehlt es sich auf "sanfte" und stoßfreie Sportarten, wie z.B. Walking, Schwimmen und Langlaufen, auszuweichen. 

    Drei Monate nach Ihrer Entlassung bitten wir Sie, sich zur Kontrolle Ihrer Prothesenfunktion wieder vorzustellen, danach in Zweijahresabständen.

    Weitere Informationen zu Verhaltensmaßnahmen erhalten Sie in unserem "Leitfaden für Patienten mit Hüftgelenkersatz".

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